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Überwintern in Kenia – Langzeitaufenthalt und Safaritagebuch

Kenia Safari Reise Elefanten Kilimanjaro Amboseli
28.02.2017

Christa Z. schickte uns ihr Safaritagebuch von ihrer Safari in den Amboseli und den Tsavo Ost Nationalpark während ihres Langzeitaufenthaltes in Kenia. Lesen Sie hier einige Auszüge:

Am Montag morgen soll unsere Safari starten. Wir wollen vom Hotel um halb 6 geweckt werden, werden aber versehentlich schon um halb 5 geweckt. Da mir aber erstmal schlecht ist  –  wie immer im Hotel   –  ist das letztendlich gut so …

Um halb 7 ist unser Fahrer Muriuki (lange geübt, bis uns der Name geläufig ist) pünktlich da und wir fahren in den Park nach Tsavo East. Auf einigen Wegstrecken werden wir kräftig durchgerüttelt. Auf der Fahrt sehen wir schon die ersten Tiere. Abends gibt es den zweiten Game Drive. Am Wasserloch der Lodge spielen und baden Elefantenfamilien. Völlig fertig fallen wir dann ins Bett. Am nächsten Morgen folgt wieder ein Game Drive. … Wir fahren an einen Fluss mit Hippos und Krokodilen, die Manfred klasse findet, weil sie so herrlich grün schimmern. In Lugards Fall besuchen wir eine Felsformation, durch die sich ein kleiner Fluss drängt. … Wir verzichten auf eine weitere Fahrt und legen uns stattdessen an den Pool. Muriuki ist darüber nicht glücklich. Schließlich will er seinen Gästen etwas bieten. Dass wir glücklich sind eine Pause zu haben und das Leben am Wasserloch beobachten wollen, kann er wohl nicht ganz nachvollziehen. Wir aber freuen uns über die Büffel, Giraffen und Zebras, die an uns vorüberziehen. Am Pool tummeln sich jede Menge kleiner Äffchen, die Unsinn machen und sich vergnügen. Viele Babies sind dabei, sogar eines, das grad geboren ist und immer wieder das Gleichgewicht verliert, trotzdem aber unermüdlich herum springt und sich nur ab und zu von Mama knuddeln lässt. Manfred lässt es sich nicht nehmen, eine teure und hervorragende Flasche Wein auszugeben. Spirit of Africa, natürlich aus Südafrika, denn in Kenya trinkt man Bier. …

Am Mittwoch brechen wir früh nach Amboseli auf. Auf der Strecke von etwa 300 km … gibt es viel zu sehen, Dörfer, Menschen, Haustiere, Kühe der Massai und Staub … Ziel ist die Serena Lodge, die mit 5 Sternen ausgezeichnet ist. Das Essen dort macht mich richtig glücklich und das soll was heißen, da ich sonst nicht so schnell mit Essen zu begeistern bin! Extra für Gil und mich wird ein köstlicher Fisch gebraten, da wir kein Fleisch wollen. Und das Dessert sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch noch fantastisch … Hmmmm …

Ich wollte unbedingt nach Amboseli und war deshalb auch bereit, die Strapazen der Fahrt zu ertragen. Und es hat sich gelohnt! In Amboseli gibt es sehr viel Wasser, das vom Kilimandscharo kommt. Da grasen die Tiere tagsüber im Sumpf. Viele Elefanten, aber auch andere Tiere duschen, trinken und fressen das üppige Gras. Es gibt unzählige Vögel, die ich erst durch Manfred, den Vogelkundler, wahrnehme. Ganze Tierfamilien wandern umher. Nachts müssen die Tiere den Sumpf aber verlassen, denn dann wird das Wasser eiskalt (vermutlich 20 Grad, in Afrika gilt das wohl als eiskalt).

Vor dem Frühstück gibt es noch einen Game Drive. Wir beobachten eine Löwenfamilie, die sich ausruht. Später sehen wir noch einen Löwenmann, der bewegungslos am Wegrand liegt und sein pralles Bäuchlein heraus streckt. Daneben liegt ein angeknabbertes Zebra. Die Geier und Hyänen warten auch schon, trauen sich aber noch nicht recht ran. Auch Schakale und Strauße queren unseren Weg. Amboseli ist wundervoll! Sogar ein Blick auf den Kilimandscharo wird uns gewährt! Einfach nur WOW!

Weiter geht es nach Tsavo West. …

Bei der Einfahrt nach Tsavo West fahren wir durch ein Lavafeld, über das uns Muriuki ausführlich informiert. Wir aber wollen einfach nur ankommen … Als wir die Kilaguni Lodge betreten, stockt uns der Atem. Vor uns erstreckt sich der Blick in die afrikanische Weite. Ganz hinten sind die Berge. Direkt unter uns sind Wasserlöcher. Der Speisesaal ist offen, so dass man immer wieder hinausblicken kann und sich an der Savanne niemals satt sieht. Mehr wollen wir im Moment nicht! Am Nachmittag gibt es einen kleinen Rundgang zu Mzima Springs. … ein Muss für jeden Tsavo West Reisenden. Dort entspringt das Wasser vom Kilimandscharo und versorgt Mombasa mit Trinkwasser. Ich war mit Gil schon mal da und wir haben alles wieder erkannt. … Manfred hat wunderschöne Kormorane gesehen, die ihn glücklich gemacht haben. Kronenkraniche, jagende Fischadler mit Riesenfischen als Beute, Geier im Flug, Bienenfresser in schillernden Farben, Neuntöter. Ein Paradies für Vögel und Vogelliebhaber.

Tsavo heißt übrigens „Dreck“ und wurde von einem Mzungu (Weißen) so betitelt. Irgendwie abfällig, finde ich. Amboseli heißt „Weißer Staub“ und kommt aus der Sprache der Massai. Später sehe ich ein Gemälde von Zebras in weißem Staub – leider ist es etwas teuer für mein leeres Portemonnaie. Aber ich werde es bestimmt in bester Erinnerung behalten. Vielleicht macht der Maler sein Versprechen wahr und schickt mir ein Bild von seinem Bild …

In Kilaguni bricht die Nacht herein. Ein Gitarrist spielt leise chillige Musik. Zebras stehen bewegungslos neben dem Wasserloch. Der Himmel ist samtblau. Glück! …

Am letzten Tag beim letzten Game Drive rast Muriuki plötzlich los. Manfreds Wunsch wird wahr: Ein Leopard ist in Sicht. Diese Tiere sind enorm scheu und meist tagsüber in Bäumen versteckt, so dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Und dann wird uns ein Leopard geschenkt, der lange an der Straße längs wandert, so dass wir ihn ausgiebig bewundern können. Es stört ihn nicht, dass mehrere Autos neben ihm herfahren. Gemütlich kratzt er sich an einem Baum, bevor er langsam und gemächlich im Busch verschwindet. Ein wundervolles Tier! Nie wieder werde ich einen Cheetah (Gepard) und einen Leopard miteinander verwechseln.

Zum Abschied betrachten wir noch einen Elefanten, der im Wasserloch steht und trinkt und badet und eine unglaubliche Ruhe und Majestät ausstrahlt. Für mich ist der Elefant der König der Tiere, aber pssst! nicht weitersagen! Wir wollen ja den Löwen nicht verärgern.

Die Rückfahrt scheint endlos und erst als wir Nyali Bridge überqueren, den Kongowea Markt umrunden und am Cinemaxx vorbeifahren, habe ich das Gefühl, wieder zuhause zu sein. Voller Farben und Musik. Und erschöpft.

Christa Z. aus Freiburg

Reisedauer: Langzeitaufenthalt Überwintern in Kenia
gebuchtes Hotel: Hotel Bahari Beach ****
gebuchte Safari: „Jambo Kenia“ – 5 Tage Road Safari