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Unser Schulprojekt im Januar 2009

Besuch der Barsam Junior School in Kenia im Januar 2009
26.01.2009

Es ist Januar 2009. Mein letzter Besuch in unserer Patenschule liegt erst 6 Wochen zurück und nun bin ich wieder da!

Die Buchungen für Kenia haben wieder zugenommen, die Normalität hat wieder Einzug gehalten, das Land reizvoll und faszinierend wie eh und je und ich konnte wieder Reiseleiterin einer Gruppe sein.

Kurz nach meiner Ankunft fuhr ich zur Schule, um die Kinder, Lehrer und alle schwarzafrikanischen Freunde wieder zu sehen. Als ich die Schule betrat, sprangen die Kinder auf und riefen: Marina, Marina, Marina! Sie liefen auf mich zu, um mich anzufassen und zu umarmen. Das war schon ein unglaublicher Moment und ich konnte erst einmal nur sagen: Jambo, Hallo, Jambo!

Sie strahlten mich mit ihren großen wunderschönen Kulleraugen an und hatten ein stolzes Lachen im Gesicht, wenn ich Sie mit ihrem Namen begrüßte: Jambo Luiza, Jambo Salomi, Jambo Purit, Jambo Kazungu!

Allen Patenkindern brachte ich Geschenke und Grüße aus Deutschland und als besondere Überraschung hatte ich rhythmische Musikinstrumente für die ganze Schule im Gepäck. Das war etwas nie gekanntes, wurde doch bisher mit Blechdosen und Krohnenverschlüssen Musik gemacht. Der Umgang mit Triangel, Tamburin und Kastagnette war schnell gelernt, da haben die Kinder wohl eine natürliche Begabung. Wir übten unser deutsches Bummilied und die Begeisterung kannte keine Grenzen. Sie ging soweit, dass einige Kids nach unserer gemeinsamen Musikstunde die Instrumente begeistert in ihren Schulrucksack packten. Nein, nein, ihr Lieben, das sind Schulinstrumente!

Wir verabredeten für die nächsten Tage eine Matatufahrt nach Mombasa, um die Schulkleidung zu vervollständigen, 2 komplette Sätze Schulbücher für Klasse II und III einzukaufen und für die 12 Kinder, die wir mitgenommen hatten, neue Schuhe zu besorgen.

Beinahe wäre ich in Mombasa richtig bestohlen wurden, weil ich weniger auf meinen Rucksack, als auf die gefahrlose Überquerung der Straße mit den Kindern geachtet hatte. Also immer Vorsicht, die Diebe haben lange, geschmeidige Finger. Bei mir war die Beute nur ein Taschenrechner.

Ich wollte für die Kinder praktische, feste Halbschuhe kaufen, die mindestens ein Jahr halten. (Falls die Füße schneller wachsen als geplant, wird in Afrika auch gleich mal ein Loch in das Leder geschnitten, damit der große Zeh weiter wachsen kann.) Die Rechnung hatte ich jedoch ohne die Kinder gemacht. Alle Mädchen waren fasziniert von rosa Schuhen und die Jungen wählten Hellblaue. Nun gut, Mama Marina, gib nach!

Für alle anderen Patenkinder (27) kauften wir die Schuhe mit ein, um sie dann beim Besuch unserer Reisegruppe in der Schule feierlich zu übergeben. An diesem Tag zeichneten wir auch 10 sehr gute Schüler aus und für alle Kinder der Schule gab es ein reichliches Mittagessen mit Bananennachtisch, alles bezahlt aus den Spendengeldern unserer Kunden.

14 Tage sind wirklich nicht lang und sie vergingen neben den Aufgaben, die ich in Kenia zu bewältigen hatte, sehr rasch.

Es war schon wieder Zeit, „Kwaheri“ zu sagen und dazu luden wir unsere Kinder in das Dorfrestaurant „Utange Village“ ein. Abschiedsgeschenke wechselten den Besitzer. Bei Limonade und Keksen sollte keiner traurig sein. Ein lustiger deutscher Tanz, den wir selbst als Kinder tanzten „Pucki Pucki“ brachte uns alle herzhaft zum Lachen. Die Aufgabe war klar: Den deutschen Text lernen, bis die nächste Reisegruppe kommt!

Mama Rose erhielt das Schulgeld und quittierte dafür. 6 neue Schulbänke und 2 Turnbänke sowie ein verschließbarer Materialschrank stehen noch auf der Wunschliste.

Warum geben wir Hilfe mit Herz?

Die Mühe, die ich und meine Freunde beim Transport der vielen Geschenke hatten, bei der umfangreichen Organisation der Aktionen, bei der Förderung der Patenschaften, wird reichlich entschädigt durch die pure Freude und große Zuneigung der Kinder und die Gewissheit geholfen zu haben. Wir haben das Zutrauen der Kinder gewonnen, sie sind jetzt ohne Scheu und warten auf unseren nächsten Besuch.

Kwaheri, ihr Lieben, bis zum März 2009!

Herzlichst

Marina Schmidt