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Unser Schulprojekt im April 2011

Besuch der Barsam Junior School in Kenia im April 2011
07.05.2011

Neues von unserer Patenschule im April 2011!

Ein Bericht von Marina Schmidt

Jambo,

unsere Reisegruppe hatte Glück mit dem Wetter, denn im April darf man schon mal mit kurzen Regenschauern rechnen. Wir jedoch hatten es schööön trocken und heiß.

Die Kinder der Barsam Junior School waren in den Ferien. Die Schule beginnt erst wieder Anfang Mai. Zu unserem Besuch am 21.04.2011 waren jedoch viele Kinder gekommen. Das Wiedersehen ist ja immer eine Freude auf beiden Seiten.

Direktor Ramos hatte alles gut vorbereitet und so konnten unsere Gäste mit Freude die Vorführung der Kinder genießen. Wir hatten zuvor in Mombasa nochmals neue Schuluniformen und Schuhe nachgekauft. Nachdem wir in der vergangenen Zeit alle Kinder damit ausgestattet hatten, wachsen jetzt die Großen (10 Jahre) aus den Uniformen raus. Sie tragen die Kleidung nun schon 4 Jahre, auch außerhalb der Schule, deshalb war sie schon sehr verschliessen. Ein Hosenboden war von einer Oma kunstvoll gestopft durch den Einsatz faustgroßer Flicken, das war sehr zum Schmunzeln, denn die Flicken hatten eine ganz andere Farbe.

Die Spendengelder sind im letzten halben Jahr durch Freunde unseres Projektes gut aufgestockt worden, so dass wir für 20 Kinder mit der Aktion „Zähne putzen“ beginnen konnten. Die Zähne der Kinder werden in Ermanglung von Geld mit einem Zweig gereinigt. Beim Anblick der neuen Zahnbürsten und Zahncremes und der Frage: „Wollen wir Zähne putzen“, gab es ein laut geschmettertes „YES“. Wir hatten bislang noch nie Kinder gesehen, die mit solcher Begeisterung Zähne geputzt haben.

Wie wird es mit der Schule weitergehen? Ramos hat die Lizenz für das Führen einer Privatschule beantragt. Er rechnet in einigen Wochen mit dem Ergebnis. Das Grundstück neben der Schule soll zum Verkauf stehen, Ramos bemüht sich darum.

Der Zulauf für die Schule wird immer größer. Es hat sich im Dorf rumgesprochen, dass die Schule regelmäßig deutsche Hilfe bekommt. Sogar im Hotel wurde ich schon gefragt, wo sich unsere Schule befindet, man wolle die Kinder dorthin schicken.

Das sprengt natürlich unsere Möglichkeiten und der qualifizierte Unterricht leidet darunter. Wir sind uns einig geworden, die Kinderanzahl auf unter Hundert zu reduzieren.

Übrigens bekommt ein Lehrer monatlich 50,- Euro Gehalt und ein Hilfslehrer nur 30,- Euro, davon wird man wirklich nicht fett und Kenia erlebt zur Zeit in fast allen Bereichen erhebliche Preissteigungen. Direktor Ramos ist dünn wie ein Blatt Papier und deshalb habe ich mir erlaubt, mit ihm und dem Deutschlehrer Ngala einige Grundnahrungsmittel wie Maismehl, Zucker, Salz, Reis, Öl, auch für die Lehrer einzukaufen (40,- Euro insgesamt).

Im November bin ich wieder in Kenia mit neuen Gästen und auch Pateneltern sind wieder dabei. Dann sollte die Lizenz für die Schule vorliegen, denn wir haben beschlossen, der Schule im Andenken an die Gründerin Mama Rosi einen neuen Namen zu geben: Rose Ambari Akademie. Wir wollen mit einem großen Schulfest diesen Anlass im November feiern.

Ich saß während meines Aufenthaltes mehrmals mit Ramos zusammen, um bei Problemlösungen zu helfen. Auch sehr ernsthafte und energische Worte musste ich finden, weil mir die Kontenführung nicht gefällt. Ich denke, er hat es verstanden und wir haben einen neuen Weg beschritten.

Herzlichst
Ihre Marina Schmidt