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Kamele, eine interessante Alternative zu Rindern

Kamele in Kenia
03.04.2019

Immer mehr spüren die Menschen in Kenia die Auswirkungen des Klimawandels: Die Große Regenzeit (April/Mai) bringt nicht mehr zuverlässig den ersehnten Regen, Trockenperioden nehmen zu bei steigenden Temperaturen. Gut die Hälfte von Kenias Fläche ist als Trockengebiet eingestuft. Die Einwohner hier leben vor allem von der Viehhaltung. Insbesondere sind das, je nach kulturellem Hintergrund, Rinder, Schafe und Ziegen. Doch diese benötigen stetig Wasser, anderenfalls geben sie keine Milch mehr. Mangelnde Nahrung lässt sie abmagern und gegebenenfalls verhungern.

Vermehrt trifft man in den trockenen Gebieten nun auch auf Kamele (genauer: Dromedare). Denn diese geben selbst dann noch Milch, wenn sie bei den anderen Tierarten schon längst versiegt ist. Dromedare sind sehr gut an trockenes, heißes Klima angepasst und wahre Überlebenskünstler: Das Abfressen von stacheligen Büschen und Bäumen, zerkleinern von Geäst, Sand und Staub sind für sie kein Problem. Neben etlichen Tricks um der Belastung der Hitze zu entgehen, werden auch die Fettreserven in ihrem Höcker eingelagert und nicht am ganzen Körper. So wird der Organismus bei Hitze weniger belastet und Reserven stehen zur Verfügung.

Aus dem Norden eingewanderte Somalis haben das Dromedar (welches in Kenia nur als „Kamel“ bezeichnet wird) mitgebracht. Sie haben große Erfahrung in der Haltung und Zucht dieser Tiere. Sowohl Fleisch, als auch Milch werden genutzt. Der Milch werden zudem vielfältige Heilwirkungen zugesprochen. Für Somalis sind die Kamele Statussymbol und Bankkonto zugleich, denn die Tiere lassen sich gut verkaufen, wenn z.B. Schulgeld benötigt wird. Großes Potential wird in der angenommenen gesundheitlichen Wirkung der Kamelmilch gesehen, welches die Kamelmilch in unterschiedlichen Produktformen bei der wachsenden kenianischen Mittelschicht, als kaufkräftigem Publikum, zu einem attraktiven Produkt macht.


Mehr Infos und Quelle: schweizerbauer.ch