
Ich habe folgende Reise gemacht:
Kenia
31.10. – 08.11.2010
Bahari Beach Hotel
2,5 Tage Kenia Compact
Safari 2,5 Tage Kenia Compact mit Satao Camp
Wir starten am Dienstag, den 2. November auf die erste Safari (zumindest ist es meine Erste!)
Wir werden pünktlich 07:50 Uhr am Hoteleingang abgeholt. Haben wir auch alles im Rucksack, was wir „in der Wildnis“ brauchen werden?
Wir fahren in kleinen Bussen vom Hotel weg und bekommen schon einen ersten Guide( Führer) für die Strecke bis zum Wechsel auf die Landcruiser, die uns in die Wildnis bringen sollen.
David, so heißt der junge, adrett gekleidete Mann mit strahlend weißen Zähnen, erzählt uns einführend in sehr gutem Deutsch noch einmal alles Wichtige über Kenia. Über die Staatsform,die Regierungen, die Bevölkerung und Ihre Religionen, die Volksstämme (der größte sind die Kikuju) und deren Traditionen und auch ein paar gute Tipps zur Tierwelt und deren Beobachtung, damit man als „Laie“ nicht ganz so unbeleckt auf Safari geht.
Wenn ich sein gutes Deutsch höre fällt mir gleich wieder der gestrige Schulbesuch ein und ich wünsche allen Kindern, dass sie auch mal eine Zukunft mit solcher Entwicklung und hoffentlich guten Chancen haben.
Schon auf der Busfahrt Richtung Mombasa verstärkt sich mein Eindruck von gestern. Das Leben hier ist für die meisten entbehrungsreich und mühsam beim Kampf ums tägliche Überleben. In Scharen und auch einzeln schieben und drängen sich Menschen jeden Alters in Richtung Mombasa. Bepackte Karren mit Bananen, Holz und allerlei undefinierbarem sind Ihre schweren Begleiter.
Nach ca. 2-stündiger Fahrt mit einigen Staus steigen wir je zu viert, fünft oder sechst in Landcruiser um, die uns zunächst zum Camp bringen sollen. Sie sind oben offen, so dass jeder bequem fotografieren kann. Unser Guide ist auch unser Fahrer für die nächsten Tage.
Joseph hat ein Gespür für sich versteckt oder getarnt haltendes Getier. Spürt er die heiß ersehnten Objekte auf, besitzen er und seine Kollegen ein abenteuerlich anmutendes Funksystem im Auto, mit dem sie sich stets über Sichtungen austauschen und dann zum Objekt der Begierde für die in sitzenden Touristen über eine Staubpiste preschen. Diese ist im Tsavo-Ost-Nationalpark übrigens rot, weshalb hier sogar die Elefanten rot sind, nach dem Bad im Sand.
Nach einer weiteren Stunde Fahrt, mittlerweile ist Mittagshitze, gelangen wir am Eingang des Satao Camps an. Gleich am Tor werden wir mit kalten, aromatisierten Erfrischungstüchern und leckerem Fruchtsaft begrüßt. Das tut gut und beim Eintritt in das Zelt, unsere Behausung für die nächsten Tage, setzt sich dieses Wohlgefühl fort. Es ist alles sehr großzügig, liebevoll dekoriert und sauber. Der Zeltcharakter verliert sich schnell, taucht aber bei den nächtlichen Dschungelgeräuschen wieder zurück und auch das stete Bewachen durch die Campangestellten lässt die Unruhe der ersten Nacht in Anbetracht drohend brüllender Löwen, kreischender Affen und Elefanten nicht wirklich verschwinden. Das hatten wir so intensiv nicht erwartet und empfinden in dieser Nacht nicht nur Abenteuerlust.
Nach feinem Essen im Freien begleiten ab Einsetzen der Dunkelheit einen die stets unauffällig agierenden Askari (Wächter) bei jedem Gang innerhalb des Camps. Auch dies mutigen Männer haben Adleraugen und wissen genau, ob derzeit ein „Hippo“ oder ein Löwe in der Nähe des Camps ist. Gut zu wissen, dass sie es wissen!!
Auf der Fahrt zum Camp zeigte der Guide uns übrigens auch schon erste Fotoobjekte, wie Gnus und Gazellen, Straußenvögel und Giraffen.
Dann im Camp, umgeben von Pavianen und Gazellen, die man berühren könnte und einem Blick von der Terrasse auf Elefantenherden, bunten Vögeln und allerlei seltenem Getier, braucht man eigentlich nicht mehr viel zum Glück ...
Nach kurzer Ruhepause und Erkundung des Camps (es gibt 20 Zelte, davon 16 familiengeeignet und 4 Suiten), alle mit eigener Terrasse und Traumblick, weil hier überall Tiere sind, außerdem uriges Restaurant, Shop, Bar und Aussichtsplattform mit Blick auf das Wasserloch ...
Mittagessen gibt es draußen an weiß gedeckten Tischen mit super aufmerksamer Bedienung. Man fühlt sich wie im Film.
Am späten Nachmittag geht es auf die 2. Pirschfahrt. Ein Glückstag oder einfach nur Afrika? Wir sehen hautnah eine große Herde Büffel, direkt vor uns ganz nah Giraffenfamilien in voller Pose. Zebras vis a vis und auf einem Baum, hoffentlich mit Zoom zu erkennen, majestätisch trohnend, ein Leopard. Auf der gesamten Fahrt ein wohl nur in Afrika vorhandenes Licht vor dem Sonnenuntergang und ein Gefühl von Weite und Glück. Unbeschreiblich!
Nach schönem Dinner Staub abduschen und sich dann 5 Uhr am nächsten Morgen persönlich von den Angestellten durch Klopfen am Zelt wecken lassen. Heißer Kaffee oder Tee und 6:00 Uhr Start zur Frühpirsch. Meinte es gestern jemand zu gut mit uns oder schlafen alle Tiere noch?
Nicht vergleichbar mit gestern, aber vom anschließendem guten Frühstück verwöhnt und versöhnt.
Der Duft Afrikas war heute morgen so intensiv, eine Mischung aus Feuerholz, Staub und einer Prise Afrika. Man kann das nicht beschreiben, sollte es selbst einmal erleben!
Eine Stunde Ruhe auf dem Plateau und Beobachtung der zahlreichen Besucher am Wasserloch entschädigt fürs zeitige Aufstehen und lässt einen mit Demut auf die herrliche Natur blicken.
Mittagessen und nachmittags wieder raus auf Pirschfahrt. Diese Fahrt hat heute nicht die gleichen guten Lichtverhältnisse und irgendwie sind auch die Tiere nur spärlich zu sehen. Ein paar Gazellen, Elefanten, man lässt einfach die Weite auf sich wirken. Dann das Unglaubliche ...
Direkt neben der Straße im dürren Graseine 7-köpfige Löwenmeute. Jeder in anderer Körperhaltung, dicht aneinander gedrängt, schlafend. Sooo schön. Dann wenige Minuten später ein Kopf heben, ein Bein drehen, ein Zwinkern und dann rappelt sich die ganze Meute auf und läßt sich in Ihrer majestätischen Schönheit bewundern.So nah, so friedlich. Foto über Foto soll das Gesehene festhalten, im Kopf ist es sowieso für Immer. So ein Glück!
Am Abend dann Barbeque Grillen, Fleisch am Spieß die Gedanken bei den Löwen, so lässt es sich aushalten. Die Rückfahrt am dritten Tag dauert doppelt so lang, da wir durch Unfälle lange im Stau stehen. Aber mit der Devise Pole, pole (langsam, langsam) sprichwörtlich für Kenia, wird man auch derartiges als dazugehörige Episode der Reise einordnen können, genauso wie die traumhafte, in Freiheit lebende Tierwelt, der Service am Gast und der Zauber Afrikas. KENIA - die Sehnsucht ist geweckt!!
Simone Heller November 2010
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